Zurück zur Startseite
20.09.2014

Den Alex vom Kopf auf die Füße stellen – Diskussion beim Fest der LINKEN

Den Alex vom Kopf auf die Füße stellen – Diskussion mit Katrin Lompscher beim »Fest der LINKEN«

»Den Alex vom Kopf auf die Füße stellen«

das war die Forderung, der die Diskussionsveranstaltung mit Michael Müller (SPD), Katrin Lompscher, Klaus Lederer (beide Die LINKE.) und Noa Ha (TU-Berlin) folgte.

Auf dem Fest der LINKEN haben wir in unmittelbarer Nähe zum Alex die Frage diskutiert, wie der Stand der Bebauungsplanung rund um den Alexanderplatz ist. Moderiert von Carola Bluhm, direkt gewählte Abgeordnete für Die LINKE. in Mitte, wurde leidenschaftlich und sachkundig gestritten, wie es mit den Plänen weiter gehen soll und welche Perspektiven jetzt für diesen historischen Ort eigentlich gebraucht werden.

So wurde einerseits über den Kollhoffplan von 1993 und dessen Visionen gesprochen. Dass die Pläne von damals tatsächlich nicht in die Wirklichkeit heute passen und der Stadt nicht gerecht werden, war auch auf dem Podium unstrittig. Dennoch wurden in jüngster Vergangenheit Bebauungsvorhaben genehmigt, die einem »Neuen Denken vom Alex bis zur Spree« zuwiderlaufen, darauf wies Katrin Lompscher hin. Viele Akteure der Stadtpolitik sprechen sich für eine andere Flächennutzung auch im Zuge der vom Senat versprochenen neuen Liegenschaftspolitik aus. Es geht um Denkmalschutz, um Bestandsschutz und es geht vor allem um die Frage, ob man im Zentrum einer Weltstadt einen lebendigen Ort und bezahlbares Wohnen für Menschen mit geringem Einkommen findet.

Diese Kernforderung der Linken durchzog die Diskussion, und auch aus wissenschaftlicher Perspektive legte Dr. Noa Ha Argumente gegen eine neoliberale Stadtentwicklungspolitik dar. Es gehe darum, die Breite der Stadtgesellschaft im Zentrum abzubilden, wieder zu finden und zu würdigen.

Auch wenn sich Senator Müller keine Wahlversprechen abringen ließ, so hat sich sein Hausaufgabenheft für die zukünftige Stadtentwicklung am Alex und darüber hinaus gefüllt. Es braucht einen sinnvollen Umgang mit dem Haus der Statistik, welches in Bundeseigentum ist, und der Landesfläche davor. Hier könnte ein Zeichen für einen andere Stadtentwicklung gesetzt werden.

Weder Luxuswohnen noch Shopping-Monotonie tun dem Platz und seiner Umgebung gut. Der Ort muss Belebung durch nicht-kommerzielle Orte des Austausches und des sozialen Miteinanders erfahren, wie Dr. Klaus Lederer ausführte. Nicht zuletzt braucht es einen angemessenen Umgang mit dem kolonialen Erbe, das mit dem Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Schloss ins Blickfeld rückt. Nicht nur hier muss klar sein, dass die historische Mitte Berlins nicht nur Abbild der bürgerlichen Stadtgeschichte, der Kaiser und Könige sein darf. Berlin war schon immer vielfältig und muss es auch hier bleiben und zeigen!