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Alexanderplatz: Plan überzeugt nicht

Es braucht einen Masterplan, der diesen Namen auch verdient

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Katrin Lompscher, erklärt:

In fast fünf Jahren rot-schwarzer Regierungszeit ist es dem Senat nicht gelungen, für den Alexanderplatz einen Plan vorzulegen, der in der Stadt tatsächlich Konsens ist. So beinhaltet auch die kürzlich überarbeitete Anpassung zum Kollhoff-Plan von 1993 noch acht neue Hochhäuser, die aus Sicht der Fraktion DIE LINKE mehr Probleme schaffen als lösen.

Das hinter dem Warenhaus an der Karl-Liebknecht-Straße geplante Hochhaus ist wegen der Nähe zur Stadtbahntrasse nicht nur stadtgestalterisch problematisch. Dass aufgrund der räumlichen Enge Fuß- und Radwege in einer Arkade geführt werden sollen, ist angesichts der dortigen Frequenzen unzumutbar.

Mehr als fragwürdig ist der Plan, das ursprünglich an der Stelle des nun denkmalgeschützten Haus des Reisens geplante Hochhaus einfach nördlich direkt dahinter zu errichten. Damit wird nicht nur die Wirkung des Denkmals erheblich beeinträchtigt, auch das städtebauliche Konzept der Markierung des Platzes durch einen Hochhauskranz wird verlassen.

Das geplante Hochhaus neben dem Alexa droht in der stadtbedeutenden Achse Frankfurter Allee – Alexanderplatz, den Fernsehturm zu verdecken. Der neue Plan, es zu einem überwiegenden Wohngebäude zu machen, stellt zudem Fragen der bauordnungsrechtlichen Zulässigkeit und des Bedarfs an Wohnfolgeinfrastruktur.

Die Frage, wo angesichts des Baus tausender neuer Wohnungen am Alexanderplatz eine neue Schule, Kitas und Spielplätze entstehen sollen, sehen wir bislang überhaupt nicht beantwortet, ebenso wenig die Frage, wo und wie in den Neubauprojekten preiswerte und nicht nur Luxuswohnungen entstehen sollen. Dass vom Erhalt des WBM-Wohnhauses in der Memhardstraße ausgegangen wird, ist gut, da es absurd wäre, vorhandenen preiswerten Wohnraum im Zentrum abzureißen, aber nicht ausreichend.

Auch unter diesem Gesichtspunkt ist das Festhalten am Abriss des Hauses der Statistik aus städtebaulichen Gründen nicht nachvollziehbar. Umso weniger, da die Initiative für die Wiederherrichtung des Hauses für verschiedene Nutzungen sogar einen vom Senat ausgelobten Preis erhalten hat und auch eine künftige Nutzung als Verwaltungsstandort durch den Senat geprüft wird.

Aus Sicht der Linksfraktion, ist es an der an der Zeit, am Alexanderplatz endlich auf unverträgliche Hochhausstandorte zu verzichten, die Baudenkmale besser zu präsentieren und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Raumes wie Gestaltung der kleinen Plätze zum Beispiel vor dem Haus des Berliner Verlages und vor dem Haus der Statistik im Übergang zu den benachbarten Quartieren in Angriff zu nehmen.

Dafür braucht es einen Masterplan, der diesen Namen auch verdient. Außerdem sollten, ohne weitere Zeit verstreichen zu lassen, Entstellungen an den Baudenkmalen beseitigen werden. Die Fraktion DIE LINKE fordert erneut, den durch Werbung verdeckten Fries von Willi Neubert mit Darstellungen zur Presse am Haus des Berliner Verlages endlich freizulegen.


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